Archiv fuer Oktober, 2010

Okt
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Degustieren von Rotwein



So stand es auf dem Programm des Weinkollegiums für den Stammtisch im Oktober im Weinhaus Heilig Grab. Angekündigt als Referentin für den Abend war die bekannte Sommelière Yvonne Heistermann. Diese jedoch saß in Berlin fest, weil das Flugzeug nicht startete. So hatte sie für Vertretung gesorgt.

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„Jens“ erschien, ein freundlicher junger Mann, der für diesen Abend eigens aus Freudenstadt nach Boppard kam.Auch er hat die Ausbildung an der Deutschen Wein- und Sommelierschule absolviert, tritt aber – wie er sagte – nur selten als Referent auf, weil er durch die Arbeit in mehreren Hotels mehr als ausgefüllt sei.

20101004-weinkollegium-boppard-21Sechs Rotweine hatte er mitgebracht, allesamt aus dem Staatsweingut Weinsberg, wodurch die Unterschiede zwischen den Weinen nicht durch die Philosophien verschiedener Keller-meister geprägt waren. „Trollinger“, „Lemberger“ (auch ‚Blaufränkisch‘ genannt), eine Cuvée aus „Trollinger“ und Lemberger, „Samtrot“ (eine Mutation des Burgunders), „Schwarz-riesling“ (ebenfalls eine Burgunderrebe) und zum Schluss nochmals ein „Lemberger“ standen auf dem Pro-gramm. Das Etikett der letzten Probe zeigte, dass es sich um einen „Autorenwein“ handelte, also ein besonderes „Aushängeschild“ des Betriebs.

Kein Brot, kein Käse sollte zwischen den Proben die Geschmacksnerven beeinträchtigen, allenfalls Mineralwasser zur Neutralisierung getrunken werden.

Bezüglich der Beurteilung mit den Augen war jeweils schnell Übereinstimmung zu finden, ebenso bezüglich Süße, Säure, Gerbstoffen und vermutetem Alkoholgehalt. Anders war es bei den Aromen, bei denen der Weinfachmann über einhundert verschiedene unterscheiden möchte.

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„Jens“ gestaltete den Abend stark dialogisch, machte deutlich, dass in die Beurteilung immer sehr viel Persönliches einfließe und fand für seine Präsentation anhaltenden Beifall der Teilnehmer, die er dann noch für die „Mitwirkung“ mit einem „Eiswein“ „belohnte“.

Hans – Hermann Oehl