Archiv fuer Juli, 2010

Jul
24

Treffen der Mittelrheinischen Weinbruderschaften in Boppard



Das diesjährige Treffen der Mittelrheinischen Weinbruderschaften wurde vom „Weinkollegium Königliches Kelterhaus zu St. Remigius in Boppard“ gestaltet. Zu Gast waren Vertreter der „Weinzunft Bacchus Zechgesellschaft Bacharach – Steeg Anno 1328“, der „Weinbruderschaft unserer Lieben Frau zu Oberwesel“, des „Weinkonvent zum Heiligen Goar zu St. Goar“ und der „Weinbruderschaft Breyer Hämmchen“.
Rund 100 Weinfreunde konnte Schultheiß Hans Peter Schüz mit einem spritzigen Winzersekt im Römerkastell begrüßen, bevor Friedrich Hicke einen Überblick über die Bedeutung dieses Kastells und die Bopparder Geschichte gab.

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Anschließend ging es zu einer dreistündigen „Schwimmenden Weinprobe“ auf das Schiff „Rheinkrone“. Bei der Vorbeifahrt am Hamm konnten sich die Gäste bei 14 Proben – je zwei aus jeder Lage – von den Leistungen der acht Mitgliedswinzer des Weinkollegiums überzeugen. Hiltrud Specht von der Mittelrhein – Weinwerbung führte, unterstützt von der mittelrheinischen Weinkönigin Gabi Emmerich und der Bopparder Weinkönigin Mareike Kähne durch die Probe. Die anwesenden Winzer Walter Perll jun., Jürgen Volk, Ludwig Höffling und August Perll konnten dabei interessante ergänzende Informationen geben.
Es war ein gelungenes Treffen mit angeregten Unterhaltungen, das sicher allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben wird.

Hans – Hermann Oehl

Jul
5

Weinkollegium und Kunst



Nicht immer muss es Wein sein, wenn man von „Genuss“ spricht, sagte man sich im Weinkollegium. So fuhr man aus Anlass des monatlichen Stammtisches in die „Kunsthalle Koblenz“.

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Wie man Kunst bewerten kann und wie der Kunstmarkt „funktioniert“, erläuterte Oliver L. Zimmermann, der Inhaber dieser Galerie, insbesondere anhand des Werdegangs und der Werke zweier Künstler, die er derzeit ausgestellt hat, Stefan Szczesny und Norbert Tadeusz.
Stefan Szczesny, 1951 in München geboren, studierte in München, sowie durch – Stipendien – in Paris und Florenz. Er wurde in den 1980er Jahren als Vertreter und Protagonist der „Jungen Wilden“ international bekannt. Dabei entstand diese „Wilde Malerei“ als Gegenströmung zu Minimalismus und Konzeptkunst. „Junge Wilde“ malten mit raschem, breitem Pinselstrich sehr farbkräftige und expressive Bilder, vielfach mit regelrechten Orgien. Die Skulpturen von Stefan Szczesny zeugen von sinnlicher Lebensfreude, seine malerischen Arbeiten sind eindrucksvoll und seine Keramiken von großer Farbigkeit. Viele Ausstellungen haben schon die Werke von Stefan Szczesny gezeigt, so u.a. in München, Frankfurt, Berlin, Düsseldorf und Cannes.
Ein Film zeigte den Besuchern die Planung und Gestaltung einer besonderen Aufgabe des Künstlers: die Gestaltung eines Gesamtkunstwerkes auf der Insel Mainau „Ein Traum vom irdischen Paradies“ mit zahlreichen Skulpturen, Bildern, Keramiken und wunderschönen Arrangements von Pflanzen auf dem Land und im Wasser.

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Am Beispiel Stefan Szczesny zeigte Oliver Zimmermann, was für den guten Künstler wichtig ist: Er muss eine gute, gründliche Ausbildung besitzen. Wenn dabei sein Talent deutlich wird, wird er Stipendien bekommen und weitere Studienmöglichkeiten haben. Wird bei seinen Werken Originalität und evtl. Genialität deutlich, dann werden Ausstellungen folgen. Entscheidend für das bekannt werden eines Künstlers kann dann die Tatsache sein, ob ein Verlag diese Werke für so interessant findet, dass er einen Katalog darüber produziert.

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Gleiche Kriterien der Bewertung gelten für Norbert Tadeusz, 1940 in Dortmund geboren. Er hat eine gründliche Ausbildung, war z.B. Meisterschüler bei Beuys, und war schließlich Dozent an der Kunstakademie Münster und Professor an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Seine Gemälde zeichnen sich durch komplexe Kompositionen, Formstrenge und Farbkraft aus, wobei er immer wieder „den Blick von oben“ wählt. Zahlreiche Ausstellungen hat er gestaltet und viele Ehrungen bekommen.
Fazit des Abends: Will man über Kunst diskutieren, so reicht die Feststellung nicht aus, ob diese gefällt. Man muss einen Blick gewinnen für die Bedeutung des Künstlers und diesen Blick muss man durch viele Begegnungen immer wieder schulen.
Für die Mitglieder des Weinkollegiums war dieser Besuch in der Kunsthalle Koblenz eine solche Schulung, und zwar eine sehr interessante. Herrn Zimmermann galt deshalb ein herzliches Dankeschön aller Teilnehmer.

Hans – Hermann Oehl