Archiv fuer Mai, 2009

Mai
23

Weinkollegium besucht nördlichen Teil des Weinbaugebietes Mittelrhein



Ein Tagesausflug des Weinkollegiums Königliches Kelterhaus zu St. Remigius in Boppard führte die Mitglieder in den nördlichsten Teil des Weinbaugebietes Mittelrhein.

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Diese zu Unrecht wenig bekannte Wein-Region zwischen Leutesdorf und Unkel überraschte mit jungen, frischen und säurebetonten Rieslingen, harmonischen Weiß- und Grauburgundern sowie saftigen Rivanern und trocknen Rotweincuvees aus den Rebsorten Spätburgunder und Dornfelder des Weingutes Krupp in Bruchhausen bei Unkel.
Durch die schöne Rheinlandschaft fuhren wir in das mittelalterliche Linz, wo zu unsrer Überraschung das jährliche Drehorgelfestival durchgeführt wurde, bei dem der ein oder andere Weinenthusiast aus Boppard selbst Hand an die Drehorgel legen konnte.
Anschließend ging es rheinaufwärts nach Hammerstein, wo wir im Weingut Scheidgen die Weine der dortigen Steillagen verproben konnten. Auch hier präsentierte uns der junge Winzermeister jugendliche, sortentypische und ausgewogene Kreszenzen aus den Steillagen Hammersteins und Leutesdorfs .
Den abendlichen Abschluss genossen die Teilnehmer im schattigen, rebenumgrenzten Weingarten des Weingutes Zwick, wo uns noch eine kräftige Vesper vor der Rückfahrt ins heimische Boppard geboten wurde.
Wieder einmal ein schöner und interessanter Tag im Zeichen der Rebe, der uns darin bestärkte, dass ein Tag ohne Wein ein verlorener Tag ist.

H.P. Schüz

Mai
4

Sensorik – ein Abend mit Yvonne Heistermann



Der Stammtisch des Weinkollegiums im Mai wurde gestaltet von der auch international erfolgreichen Sommelière Yvonne Heistermann, Dozentin an der Deutschen Wein- und Sommelierschule in Koblenz, aber auch in Berlin, München, Hamburg und Würzburg.

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Schon ihre Vorbereitungen ließen erkennen, dass sie diesen Einstieg in die Sensorik sehr praktisch gestalten würde – Zitrusfrüchte wurden aufgeschnitten und Äpfel, aber auch Rosinen, Paprika, Vanille, Lakritz, Schokolade und zahlreiche andere „duftende“ Stoffe lagen in kleinen Schalen bereit.

Rd. 400 verschiedene Aromen – so war zu erfahren – kann man unterscheiden und dazu gehört sehr viel Erfahrung. Diese Aromen sind zwar genau festgelegt und durch chemische Stoffe definierbar, aber – auch das machte Frau Heistermann deutlich – der interessierte Genießer darf sich dadurch nicht abschrecken lassen. Auge, Nase und Mund, also Anblick, Geruch und Geschmack hätten immer noch eine persönliche Note und die solle weiterhin gelten. Darüber hinaus dürfe man den Einfluss der Situation nicht vergessen: Jeder wisse, dass manch ein Wein, der an einem Urlaubstag abends am südlichen Strand traumhaft geschmeckt habe, nach Hause mitgenommen, fast ungenießbar erscheine. Normalerweise werden für ein Sensorik – Seminar zwei ganze Tage angesetzt, insofern konnte dieser Abend nur ein Einstieg sein.

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Acht verschiedene Weine der Jahrgänge 2006 bis 2008 wurden verkostet (Silvaner, Riesling, Scheurebe, Spätburgunder, Cabernet Sauvignon und Gewürztraminer). Jeweils wurden Anblick (z.B. Klarheit und Farbtönung), Geruch (z.B. Intensität und Aromen) sowie Geschmack (z.B. Süße, Gerbstoffe und Harmonie) „erarbeitet“. Dabei einigte man sich schnell auf deutliche Merkmale, das Erkennen von „Feinheiten“ blieb einzelnen Teilnehmern vorbehalten.

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Am Ende des Abends aber war man sich einig: Wer nicht dabei war, der hat mit Sicherheit etwas versäumt.

Hans-Hermann Oehl